Die wichtigste Nachricht vorweg: Unsere Systeme waren noch am selben Abend abgesichert und aktualisiert. Ihre Daten bei uns sind geschützt.
Was ist PHP2Shell?
Hinter PHP2Shell stecken die Schwachstellen CVE-2026-109618 und CVE-2026-109619 im Kern von PHP. Vereinfacht gesagt: Bricht ein Webseitenaufruf auf eine bestimmte Weise ab, bleibt Speicher in einem fehlerhaften Zustand zurück. Ein Angreifer kann das gezielt auslösen und so die Kontrolle über den Server übernehmen.
- Betroffen: praktisch alle PHP-Installationen, die Webseiten ausliefern – unabhängig vom Webserver.
- Gefahr: Ausführung von Schadcode aus der Ferne, Diebstahl von Daten, Manipulation von Webseiten.
- Lage: Erste Angriffe wurden bereits beobachtet, bevor die Updates verfügbar waren. Sicherheitsbehörden raten, sofort zu aktualisieren oder betroffene Server vorübergehend vom Netz zu nehmen.
- Lösung: die korrigierten Versionen PHP 8.5.12, 8.4.27, 8.3.36 bzw. 8.2.35.

Was wir getan haben
Wir haben die Meldung am Abend der Veröffentlichung aufgegriffen und sofort gehandelt:
- Sofortmaßnahmen: Noch bevor das Update auf unserem Server eingespielt werden konnte, haben wir die bekannten Angriffswege mit Schutzeinstellungen blockiert.
- Update eingespielt: Alle unsere Webseiten und das Teilnehmerportal laufen auf der korrigierten PHP-Version.
- Systeme geprüft: Anschließend haben wir unsere Server gezielt auf Spuren eines Angriffs untersucht. Es gibt keine Hinweise auf einen unbefugten Zugriff.
Damit sind Ihre Buchungs-, Teilnehmer- und Prüfungsdaten bei uns geschützt. Sie müssen nichts weiter unternehmen.
Betreiben Sie selbst eine Webseite, einen Onlineshop oder einen Server mit PHP? Dann prüfen Sie bitte umgehend, ob die Updates eingespielt sind – oder sprechen Sie Ihren Hoster bzw. Dienstleister direkt darauf an.
Was das für KNX-Anlagen bedeutet
Sicherheit wird immer wichtiger – und Fälle wie PHP2Shell zeigen, wie schnell aus einer unscheinbaren Lücke ein weltweites Problem wird. Für KNX gibt es dabei eine gute Nachricht: Die meisten KNX-Anlagen laufen autark. Licht, Jalousien, Heizung, Lüftung und Logik funktionieren über den KNX-Bus – vollständig ohne Internet und ohne Cloud. Fällt die Internetverbindung aus oder wird irgendwo ein Webserver angegriffen, läuft das Gebäude einfach weiter.
Gleichzeitig wünschen sich Bauherren und Betreiber zu Recht mehr Komfort: die Visualisierung auf dem Smartphone, eine Push-Nachricht bei Wasseralarm, die Heizung vor der Heimkehr einschalten oder die Fernwartung durch den Systemintegrator. Erst die Verbindung nach außen macht aus einer guten KNX-Anlage eine komfortable. Entscheidend ist, dass diese Verbindung sicher ist.
So gelingt der sichere Fernzugriff
Aus unserer Erfahrung als Systemintegratoren seit dem Jahr 2000 gelten ein paar klare Regeln:
- Keine KNX-Schnittstelle direkt ins Internet. Eine per Portweiterleitung offene KNX-IP-Schnittstelle oder ein offener IP-Router ist eine Einladung für Angreifer.
- Zugriff nur über VPN oder über verschlüsselte Fernzugangsdienste der Hersteller – niemals über offene Ports.
- KNX Secure einsetzen: KNX IP Secure schützt die Kommunikation im IP-Netz, KNX Data Secure die Telegramme auf dem Bus selbst.
- Visualisierungen und Server aktuell halten. Visualisierungs-, Logik- und Gateway-Server sind oft selbst kleine Webserver – teils mit denselben Web-Technologien wie normale Webseiten. Updates der Hersteller gehören regelmäßig eingespielt.
- Netze trennen: Gebäudetechnik gehört in ein eigenes Netzsegment, getrennt vom Gäste- und Büro-WLAN.
- Zugangsdaten schützen: starke, individuelle Passwörter, das ETS-Projektpasswort und der Keyring sicher verwahrt.
Wer diese Punkte beachtet, bekommt beides: eine Anlage, die autark und robust läuft – und den vollen Komfort des Fernzugriffs.
Sicherheit lernen – im KNX Secure-Kurs
Wie Sie KNX-Anlagen mit KNX IP Secure, KNX Data Secure und Secure-Proxys richtig absichern, üben Sie in unserem KNX Secure-Kurs an echten, großen Anlagen – herstellerunabhängig und mit viel Praxis. Alle Details und die nächsten Termine finden Sie auf unserer KNX Secure-Kursseite.
> Kurz gesagt: Unsere Systeme sind abgesichert, Ihre Daten geschützt. Und für KNX gilt: autark betreiben, sicher verbinden.